Presseartikel und sonstige Informationen

Die Presseartikel beziehen sich auf die Aktionen der Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen und auf die Vernässung im Bereich Agathenburg und Dollern (gleiche Bodenbeschaffenheit wie in Schölisch).

Die Artikel sind durch die Redaktionen freigegeben (Quellenangabe).

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A 20: Bau der Küstenautobahn ist weiter umstritten

LANDKREIS. Bundesverkehrswegeplan: Initiativen sehen die A 20 vor dem Ende – Wirtschaft fordert vom Land mehr Geld für die Planungen

So unterschiedlich können Reaktionen auf die gleiche Sache ausfallen. Während der neue Entwurf des Bundesverkehrswegeplans gerade in Niedersachsen vielerorts gefeiert wird und die Finanzierungsaussagen für die Küstenautobahn A 20 dabei besonders gewürdigt wird, bewerten die Gegner der A 20 das Geschehen ganz anders. Sie sehen das Ende der A 20 nahen: „Sie ist unwirtschaftlich und stellt ein großes Risiko für die Umwelt dar, wie dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans zu entnehmen ist“, so Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen den A-20-Bau

„Dieser Entwurf ist nur ein Entwurf. Er sagt nichts über die tatsächliche Finanzierung oder gar den tatsächlichen Bau einer Autobahn aus.“ Die A 20 habe zu Recht die oberste Dringlichkeitsklasse verfehlt, denn sie gehöre nicht zu den laufenden und disponierten Projekten. Die A 20 sei also nicht besonders dringlich und habe es nur in die „schlichte Mittelklasse der Bauprojekte“ geschafft. Allerdings steht sie im vordringlichen Bedarf.

Selbst in der Mittelklasse schneidet der Bau aus Sicht der Gegner sehr schlecht ab, denn ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftlichkeit eines Bauprojekts sei das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV). Die A 20 bringe es nur auf ein NKV von 1,6. Das sei der weitaus schlechteste Wert aller niedersächsischen Projekte im vordringlichen Bedarf.

Im Bundesverkehrswegeplan sind die Kosten für die A 20 einschließlich Elbtunnel zwischen Glückstadt und Drochtersen mit rund 2,59 Milliarden Euro angegeben. Realistische Berechnungen, so die Autobahngegner, gehen von 3,2 Milliarden Euro für die Autobahn plus 3,4 Milliarden Euro für den Elbtunnel aus – das mache insgesamt 6,6 Milliarden Euro. „Die A 20 ist absolut unwirtschaftlich. Für sie gibt es nicht den geringsten Bedarf“, sagt Schmidt.

Der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) und die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) begrüßen dagegen in einer ersten Stellungnahme, dass Vorhaben wie A 20, A 30, A 33 Nord, A 39 und E 233 vom Bund mit Priorität umgesetzt werden sollen. Auch die Alpha-Variante für eine bessere Schienenanbindung zwischen Bremen, Hamburg und Hannover oder die Anpassungen von Außenems und Weser sowie die Schleuse Scharnebeck am Elbe-Seitenkanal finden sich im vordringlichen Bedarf wieder. „Mit einem Projektvolumen von über acht Milliarden Euro allein im Bereich der Bundesfernstraßen wird deutlich, dass Niedersachsen mit seinen Seehäfen eine Verkehrsdrehscheibe für ganz Deutschland ist“, sagt NIHK-Präsident Thomas Windgassen. „Es ist ein richtungsweisender Erfolg, dass zentrale, von der niedersächsischen Wirtschaft seit Langem geforderte Verkehrsprojekte im vordringlichen Bedarf sind“, sagt UVN-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Müller.

Gleichzeitig weisen UVN und NIHK darauf hin, dass Niedersachsen nur mit einer zusätzlichen Erhöhung von Planungsmitteln eine zügige Umsetzung der notwendigen Straßenvorhaben gewährleisten könne. Eine Aufstockung sei notwendig, um der Landesstraßenbauverwaltung eine schnellere Umsetzung der Maßnahmen zu ermöglichen.

Artikel erschienen am 18.03.2016 im "Stader Tageblatt"

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Baureife für den Tunnel

DROCHTERSEN. Mit deutlicher Kritik an den rot-grünen Landesregierungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), den gegenwärtigen Stand der Autobahn-Großprojekte im Unterelberaum beschrieben.

Auf einer Veranstaltung der CDU-Drochtersen am Freitag nannte Ferlemann die geplante nur einseitige Freigabe des fertig gestellten A-26-Teilstücks von Horneburg nach Jork einen „Schildbürgerstreich“ der Regierung in Hannover. Der „mündige Bürger“ werde sich schon die für ihn besten Verkehrswege erfahren, wenn mögliche Engpässe entstünden. Nach Ferlemanns Einschätzung könnte die Gesamtstrecke der A 26 bis einschließlich Hamburg im Jahr 2020 vollendet werden – das heißt: mit den Anschlüssen an die A 7 in Moorburg und an die A 1 in Stillhorn.

Für den geplanten Elbtunnel von Glückstadt nach Drochtersen im Verlauf der Küstenautobahn A 20 erwartet der Staatssekretär noch für dieses Jahr die so genannte Baureife, so dass danach mit der Ausschreibung begonnen werden könnte. Der Tunnel solle privat finanziert und per Maut betrieben werden.

Artikel erschienen am 22.09.2014 im "Stader Tageblatt"

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Staatssekretär Ferlemann relativiert Erwartungen auf schnellen Autobahn- und Tunnelbau

tp. Drochtersen. Was ist aus den Plänen des französischen Infrastrukturkonzerns „Vinci“ geworden, die Küstenautobahn A20 (früher A22) samt Elbtunnel bei Drochtersen in kurzer Zeit komplett fertigzustellen? Nachdem das Unternehmen im August mit dem kühnen Vorstoß Schlagzeilen machte, Autobahn und Tunnel mit Hilfe von Maut-Einnahmen zu finanzieren, ist es still um das Projekt geworden. „Doch es liegt nach wie vor als eine von vielen Modellvarianten in der Beratung“, sagt Enak Ferlemann (50, CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, auf WOCHENBLATT-Nachfrage.

Wie berichtet, weckte „Vinci“, das in Deutschland durch das Tochterunternehmen „Eurovia“ unter anderem in Hamburg vertreten ist, bei der Wirtschaft im Kreis Stade die Hoffnung, den fehlenden, insgesamt 150 Kilometer Teilabschnitt der Autobahn, der von Bad Segeberg bis Bremerhaven und quer durch den Kreis Stade verlaufen soll, in einem Rekordtempo von nur fünf Jahren in die Tat umzusetzen. Vorfreude machte sich auch bei der Gemeindeverwaltung in Drochtersen breit: Die Kommune hat bereits ein 200 Hektar großes Gewerbegebiet am künftigen Autobahnzubringer ausgewiesen.

Die zeitlichen Prognosen von Enak Ferlemann fallen folgendermaßen aus: Er rechnet mit einem Baustart der Elbquerung ab 2017, so dass frühestens im Jahr 2023 Autos durch die Röhre von Drochtersen nach Glückstadt rollen könnten. Schon seit längerem ist im Bundesverkehrswegeplan verankert, dass der Tunnel, voll privat finzanziert werden soll. Das Neue an dem „Vinci“-Vorschlag ist laut Ferlemann, dass nicht nur der Tunnel sondern auch die freie Strecke durch Maut finanziert wird.

Der Taktgeber bleibe der Bund, der die Finanzierung koordiniert, so Ferlemann. Aus Kalkulationsgründen hat man dort nicht nur die Küstenautobahn auf der niedersächsischen Elbseite im Blick, die sich allmählich von Bremervörde dem Landkreis Stade nähert: In der Gesamtschau muss das Baurecht bis Bremervörde und auf der anderen Elbseite bis zur A23 vorhanden sein.

Die zeitgleiche Fertigstellung beider Abschnitte erfordert viel Planungsgeschick, denn die Teilstücke unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Länge und der Zahl der Auffahrten, Brücken etc. Und: In beiden Bundesländern müssen die Autobahn-Abschnitte rechtzeitig Baureife erlangen.

• „Vinci“ will sich im Rahmen eines „Public-Private-Partnership“-Modells mit dem Bund die Baukosten von ca. zwei Milliarden Euro teilen. Nach der Refinanzierung durch Mautgebühren von zwei Euro für Pkw und zwölf Euro für Lkw sollen Tunnel und Autobahn nach 50 Jahren in das Eigentum des Bundes übergehen. 

Artikel erschienen am 11.01.2013 im "Kreiszeitung Wochenblatt"

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Elbtunnel vorerst nicht finanzierbar

tp. Drochtersen. Ist der im Zuge der Küstenautobahn A20 geplante Elbtunnel bei Drochtersen zu teuer? Seit dem 19. März liegt dem Bundesministerium für Verkehr die "Eignungsabschätzung für das Projekt Elbquerung" vor. Der Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A 20 (früher A22) stellt zu dem Gutachten fest:
• Es gebe kein Finanzierungsmodell, das ohne Milliardenaufwendungen des Bundes zu einer Deckung der Gesamtprojektkosten führe.
• Selbst das als "grundsätzlich machbar" geltende Modell der Privatfinanzierung sei ein wirtschaftlicher "Grenzfall".
• Die Finanzlage des Bundes werde die konventionelle Finanzierung wichtiger Zulaufstrecken zum Elbtunnel, die mehr als zwei Milliarden Euro extra erfordern, nicht zulassen.
Laut der Autobahngegner heißt dies, dass kein rentables Finanzierungsmodell allein auf Basis einer Privatinvestition gefunden werden konnte und der Bund mit Milliardeninvestitionen ausgleichen müsste. Angesichts dieser schwerwiegenden Unsicherheiten werde sich für das Großprojekt kein Investor finden. Entweder der Bund erkläre, wie er die Elbquerung aus seinem Haushalt finanzieren werde oder die Planungen zur Elbquerung und A 20 müssten sofort eingestellt werden, so die Kritiker.

 Artikel erschienen am 30.03.2013 im "Kreiszeitung Wochenblatt" 
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Nieber will jetzt das Industriegleis planen lassen
Stade: Stadt vergibt Aufträge in Größenordnung von 600 000 Euro - Bürgermeisterin kritisiert Landesregierung in Hannover

STADE. Die Stadt Stade hat jetzt die Planungsaufträge für ein alternatives Industriegleis, das parallel zum fünften Bauabschnitt der A 26 verlaufen soll, in Auftrag gegeben. Damit soll mittelfristig der Güterverkehr auf der Schiene aus Industriegebiet und Hafen aus der Altstadt herausgehalten werden. Rund 600 000 Euro wird die Stadt dafür ausgeben - Geld, das bereits seit einigen Jahren im Haushalt steht.
Ausgegeben wurde diese nicht unbeträchtliche Summe bisher deshalb noch nicht, weil ein Betreiber des damit verbundenen Planfeststellungsverfahrens bisher nicht zu finden war. Das können nämlich nur ein Schienennetz-Betreiber oder eine Eisenbahngesellschaft. Mit der Industriebahn Brunshausen (IBB), an der die Stadt Anteile hat, ist nun ein Antragsteller des Planverfahrens gefunden. Die DB-Netz oder die EVB waren dazu offenbar nicht bereit.
Überhaupt gebe es wenig oder keine Unterstützung aus Hannover, kritisiert Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber. Mit der landeseigenen EVB vertrete das Land nur Eigeninteressen für die für Stade nicht entscheidende Trasse nach Bremervörde. Auch beim Hafenausbau sei das Land mehr als halbherzig bei der Sache, ergänzt Stades Erster Stadtrat Dirk Kraska. Offenbar habe das Land nur Wilhelmshaven im Fokus.
Für sie jedenfalls sei es äußerst wichtig, das alternative Industriegleis jetzt planerisch festzuzurren. Denn sie habe die Interessen der Stadt zu vertreten, gibt sich die Bürgermeisterin kämpferisch. Eine Planung der Trasse ist deshalb wichtig, weil dann das jetzige Industriegleis nicht mehr die Autobahn queren muss. Sie hat also unmittelbare Auswirkungen auf den fünften Bauabschnitt der A 26, der von Kaisereichen bis zum Kehdinger Kreuz bei Drochtersen reichen wird.
Nicht nur die Stadt Stade bemüht sich seit Jahren um das alternative Industriegleis, auch die Bürgerinitiative Pro Industriegleis kämpft dafür, den Güterverkehr aus Innenstadt und Bahnhof herauszuhalten. Aktiv sind dort überwiegend Anlieger entlang der Bahntrasse durch das Stadtgebiet und in der Nähe des Bahnhofs. Städtebaulich bedenklich ist ein Erhalt der alten Bahntrasse zudem, weil es zu erheblichen Rückstaus am Bahnübergang auf der Altländer Straße kommen kann, wenn der Güterverkehr nach der großen Hafenerweiterung erheblich zunehmen wird. Zudem soll das Umfeld des Bahnhofs aufgewertet und zu einem neuen innenstadtnahen Wohn- und Dienstleistungsstandort entwickelt werden. Dort käme es später möglicherweise zu Nutzungskonflikten.
Silvia Nieber jedenfalls möchte gemeinsam mit der Stader Politik durch die Vergabe des Planungsauftrages Pflöcke einschlagen und diese einmalige "historische Chance", wie ihr Vorgänger Andreas Rieckhof die Trassenplanung genannt hat, nutzen - "im Interesse der Stadt", wie sie sagt. (pa)
 

Artikel erschienen am 09.05.2012 im "Stader Tageblatt"

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AM 01.09.2011 MAL NACHGEFRAGT:

Auf eine Anfrage der Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen nach einem aktuellen Planungsstand nach dem Planfeststellungsverfahren aus dem Vorjahr haben wir am 19.09.2011 folgende Antwort von der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Dezernat 33 - Planfeststellung erhalten: 

Sehr geehrter Herr Strupat,

das Planfeststellungsverfahren zur Bundesautobahn A 26, Bauabschnitt 5, beinhaltet zahlreiche Konflikte, mit deren Lösungsmöglichkeiten sich der Regionale Geschäftsbereich Stade derzeit auseinandersetzt. Dies führt voraussichtlich zu Überarbeitungen der Planunterlagen.

Angesichts der Vielzahl der Einwendungen (> 400) wird sich das Planfeststellungsverfahren vermutlich über lange Zeit hinziehen. Frühestens Anfang nächsten Jahres ist mit weiteren Verfahrensschritten zu rechnen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

(Ersteller ist uns bekannt)

NLStBV

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 Küstenautobahn könnte deutlich teuer als geplant werden

 Bürgerinitiative geht von Zusatzkosten in Milliardenhöhe aus 

 
STADE/APPELN:: Die Bürgerinitiative Eisenbahn statt Autobahn (ESA) hat sich mit einem öffentlichen Brief an die Präsidentin des niedersächsischen Landtags und Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats des Fördervereins Pro A22, Astrid Vockert (CDU), gewendet.
Die Bürgerinitiative wirft der Schiffdorferin vor, den Bürgern falsche Zahlen hinsichtlich der Kosten für die Küstenautobahn A 20/22 präsentiert zu haben. Die Bürgerinitiative hatte Ende Juni eine  Studie vorgelegt, in der nachgewiesen werden sollte, dass die Küstenautobahn nicht gebraucht werde und finanziell nicht zu rechtfertigen sein. Vockert hatte diese Studie als "auf Sand gebaut“ bezeichnet.
 
BI-Sprecher Manfred Schuster  wirft Vockert nun vor, gerade hinsichtlich der Kosten für das Teilstück Drochtersen-Westerstede falsche Zahlen zu nennen. Diese lägen laut der CDU-Politikerin bei 1,2 Milliarden Euro. Der Wirtschaftrat der CDU habe bereits im Jahr 2007 die tatsächlichen Kosten für die Autobahn ermitteln lassen. Diese lägen pro Kilometer bei 26,8 Millionen Euro. Bei einer angenommenen Preissteigerung von 1,5 Prozent pro Jahr würde der Abschnitt laut BI bis 2015 ohne Elbquerung und ohne autobahntaugliche Wesserquerung mehr als vier Milliarden Euro kosten, und damit deutlich mehr, als Vockert behauptet. (fms)
Artikel erschienen am 26.07.2011 im "Hamburger Abendblatt",  

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Neuer Stadtteil an der Schwinge

Der alte Gasspeicher am Stader Hafen soll zu einer Immobilie mit exklusiven Wohnungen umgebaut werden

STADE:: In der Stader Hafencity lässt es sich modern und maritim leben. Längst ist die sanierte Salztorsvorstadt zu einem Aushängeschild der Hansestadt geworden. Jetzt wollen Städteplaner den nächsten Schritt machen. Zunächst wird das denkmalgeschützte Gasometer, ein ehemaliger Erdgasspeicher, zu einem topmodernen Wohnkomplex umgestaltet werden. Langfristig soll zwischen Schwingeufer, Hansestraße und Freiburger Straße ein neues Viertel entstehen. Direkt am Stader Hafen könnte jetzt alles ziemlich schnell gehen. Die Hansestadt Stade hat einen sogenannten Teilrahmenplan für das etwa 5000 Quadratmeter große Grundstück der Stadtwerke Stade an der Harschenflether Straße beschlossen. Das bedeutet, dass für den Bereich zwischen Schwinge, Hansestraße und Harschenflether Weg schon bald Baugenehmigungen erteilt werden können, erklärt Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms.

Bei sofortigem Antrag könnte schon in zwei Monaten gebaut werden
Wenn nun also der Grundstückseigentümer sofort einen Bauantrag stellt, dauert es ungefähr zwei Monate, bis gebaut werden kann. In dieser Zeit prüft die Behörde die Antragsunterlagen. Die Überlegungen für das Gasometer und das dazugehörige Grundstück sind bereits abgeschlossen. Die Planungen für das Projekt liefen bereits seit etwa zwei Jahren, sagt der verantwortliche Stader Architekt Assmus Buttge, Geschäftsführer der Plankontor B GmbH. Eigentlich sollte das alte Gasometer bereits abgerissen werden, dann wurde es jedoch unter Denkmalschutz gestellt. Dann hat sich Architekt Buttge etwas einfallen lassen. In das Stahlgerüst soll ein Glaskörper hineingestellt werden. So bleibt das technische Baudenkmalerhalten, und im Inneren können exklusive Wohnungen entstehen.

Bewohner in Südlage blicken direkt auf Hafen Schwinge und Altstadt
In den unteren Etagen entstehen insgesamt 38 Parkplätze. Die Wohnungen beginnen erst vom dritten Obergeschoss an. Genau das macht das Wohnen dort so attraktiv. Bewohner in Südlage blicken direkt* auf den Stader Hafen, die Schwinge und die Altstadt. Aufgrund der Höhe des Gebäudes sei allerdings auch die Nordlage attraktiv. ,“Von dort hat man die Möglichkeil auf die Elbe zu schauen", sagt Buttge. Im Wohnbereich sollen pro Etage fünf Wohnungen Entstehen, also insgesamt 30 Wohneinheiten. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll es Zwei-Zimmer-Wohnungen mit knapp 42 Quadratmetern, Drei-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 89 Quadratmetern und Vier-Zimmer-Wohnungen im „gehobenen Standard“, wie Buttge sagt, mit bis zu 13O Quadratmetern geben. Die Eigentumswohnungen sollen einzeln vermarktet werden. Neben dem Gasometer sollen noch zwei weitere Gebäude entstehen. An der Hansestraße sollen auf zwei bis drei Etagen Flächen für Gewerbe, Einzelhandel oder Praxen sowie zwölf Wohnungen entstehen. Im hinteren Bereich wird noch ein weiteres Gebäude mit fünf Wohnungen erbaut zum Teil mit Blick auf den neuen Stader Hafen. Doch damit noch nicht genug. Die Planer der Hansestadt Stade haben weitaus mehr vor „Die Harschenflether Vorstadt soll umstrukturiert werden“, sagt Stadtbaurat Schröder-Doms. Gemeint ist das etwa 30 Hektar große Gebiet zwischen Hansestraße, Harschenflether Weg und der Schwinge. Früher lebten in der Harschenflether Vorstadt wohlhabende Bürger.
Heute befinden sich dort unter anderem das Klärwerk, der städtische Bauhof, einige Geschäfte, Wohnhäuser und Gewerbebetriebe an der Hansestraße und der Freiburger Straße sowie große Grundstücke der Stadtwerke und der Stadt. Noch in diesem Jahr wolle die Hansestadt Stade beim Land Niedersachsen einen Antrag auf die Aufnahme ins Förderprogramm “Stadtumbau West“. Das im Jahr 2004 gestarteten Regelförderprogramm von Bund und Ländern soll Kommunen dabei unterstützen. Folgen des wirtschaftlichen und demografischen Wandels zu bewältigen. Die Schwerpunkte liegen unter anderem bei der Aufwertung der Innenstadt oder der Revitalisierung von Brachflächen Stades Stadtbaurat schätzt, dass dort in den nächsten eineinhalb oder zwei Jahren etwas passieren könnte. Ein für die Planer wichtiger Grund dafür, warum die Stader die Harschenflether Vorstadt umstrukturieren wollen, ist der geplante 5. Bauabschnitt der Autobahn 26 und die für Stade zugehörige Anschlussstelle Nord.

Autobahnanschluss Nord ist Grundlage für die umfassenden Planungen
Diese soll dort entstehen, wo der Schneeweg die Autobahn kreuzt. Die Autobahnplaner wollen bei der Abfahrt eine vierspurige Straße in Richtung Stade bauen.
Den ankommenden Verkehr gilt es nun aufzunehmen und möglichst fließend zu verteilen. Eine Möglichkeit wäre, die Freiburger Straße vierspurig auszubauen. ,,Das geht nicht ohne Eingriff auf private Grundstücke“ sagt Stadtbaurat Schröder-Doms. Deshalb rückt eine Alternative in den Mittelpunkt der Planungen. Der Verkehr soll mit einem Autobahnkreisel direkt an der Anschlussstelle verteilt werden. Eine neue Straße soll durch die Harschenflether Vorstadt gebaut werden, die gleichzeitig das dort geplante neue Viertel erschließen würde. Diese Straße soll bei Kaufland im Bereich Schleusenweg an die Hansestraße anschließen. Dort würde dann ein Kreisverkehr gebaut, sagt Schröder Doms. Die ursprüngliche Einmündung von der Hansestraße in den Harschenflether Weg würde dicht gemacht. Das Gasometer könnte dann über die neue Straße angefahren werden.

Artikel erschienen am 04.04.2011 im "Hamburger Abendblatt", Beilage: Stade&Buxtehude

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Überraschung: A26 über die A7 bis zur A1

Bundesverkehrsministerium bestimmt die Linie für die neuen Straßen in Hamburgs Süden - Jetzt beginnen die Detailplanungen - Südtrasse für Hafenquerspange                                                                                                                     
LANDKREIS.
Nun liegt die neue Planung für den Verkehr in Hamburgs Süden vor: Die A 26 wird mit einem neuen Autobahnkreuz Süderelbe an die A7 angeschlossen und südlich des Hafens auf die A 1 weitergeführt. Das bestätigte das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag dem TAGEBLATT. Das Ministerium entsprach damit dem Wunsch Hamburgs, die Hafenquerspange neu zu planen. Dass die neue Straße A 26 heißen wird, war bisher nicht vorgesehen.
Für die Autofahrer in Hamburgs Süden herrscht mit der neuen Linienführung Klarheit über die künftigen Straßen, und die Experten in Hamburg und Niedersachsen können jetzt mit der Detailplanung beginnen. Die Linienfestlegung aus dem Ministerium war dafür eine Voraussetzung.
Kernpunkt ist eine neue Führung der Hafenquerspange, die ursprünglich von der A 7-Anschlusstselle Waltershof über den Köhlbrand bis zur Umgehung Veddel (A 252) führen sollte. Diese Planung hatte der schwarz-grüne Senat vor zwei Jahren verworfen, weil Verkehrsgutachten bestätigten, dass diese "Nordtrasse" nicht mehr den aktuellen Anforderungen an das Verkehrsnetz entspreche - insbesondere mit Blick auf die Entwicklung des Hamburger Hafens. Die von Hamburg vorgeschlagene neue Linie ("Südtrasse") wurde jetzt im Ministerium bestätigt und mit einer Variante angereichert: Die neue Autobahn zwischen der A 7 und der A 1 ist eine Fortsetzung der A 26, die damit irgendwann von der Elbquerung bei Drochtersen bis zur A1 führen wird.
Diese neue 9,4 Kilometer lange West-Ost-Autobahn führt von der künftigen Anschlussstelle der A 26 an die A 7 über die Süderelbe, den Kattwykdamm und die Hohe Schaar bis zur Kornweide und weiter bis zur Autobahnanschlussstelle Stillhorn an der A 1.
Staatssekretär Enak Ferlemann bestätigte dem TAGEBLATT diese Planung seines Ministeriums. Damit werde dem Wunsch Hamburgs nach einer südlichen Verschiebung der bisher als A 252 bezeichneten West-Ost-Erschließung des Hamburger Hafens entsprochen. "Aufgrund ihres neuen Verlaufs als östliche Verlängerung der A 26 wird sie zukünftig auch A 26 heißen", sagte Ferlemann.
Der neue Hamburger Senat soll nun ganz schnell das neue Autobahnkreuz Hamburg-Süderelbe planen. Diese Arbeiten sollen kurzfristig beendet werden, so dass noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für den Hamburger A 26-Abschnitt zwischen der A 7 und der Landesgrenze mit Niedersachsen eingeleitet werden kann, so die Zeitplanung aus dem Ministerium. "Damit kommen wir dem Lückenschluss der A 26 zwischen der A 7 und Stade ein großes Stück näher", meint Ferlemann.
Nach den bisherigen Berechnungen in Hamburg soll die Südtrasse auch die kostengünstigere Variante sein: Bisher ist sie mit 730 Millionen Euro veranschlagt, die alte Hafenquerspange sollte 1.06 Milliarden Euro kosten.
Hamburgs designierter Wirtschaftssenator Frank Horch hatte just diese Planung im Wahlkampf immer als eines seiner großen Ziele genannt. Horch: "Die Hafenquerspange hat Priorität und muss zügig realisiert werden."
Zum Zeitplan gab es gestern allerdings noch keine Angaben. Nach den bisherigen Planungen soll die A 26-Anbindung an die A 7 in sieben bis acht Jahren fertig sein. Die Elbquerung bei Drochtersen und die neue Hafenquerspange sind bis dahin allerdings mit Sicherheit noch im Bau - wenn überhaupt. (wst)

Artikel erschienen am 04.03.2011 im "Stader Tageblatt" _______________________________________________________________________________________________

Stadt prüft Ausbau der Freiburger Straße

Die Freiburger Straße in Stade könnte in den kommenden Jahren zu einer vierspurigen Straße ausgebaut werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, werde mit dem Anschluss der Straße an den fünften Bauabschnitt der Autobahn 26 in Richtung Drochtersen ein Verkehrsaufkommen von etwa 25OOO Fahrzeugen pro Tag in Richtung Stader Innenstadt erwartet. Deshalb müsse das Verkehrskonzept überarbeitet werden. Geprüft werde sowohl der Bau einer Entlastungsstraße in dem Gebiet als auch der vierspurige Ausbau der Straße bis zum Kreisel beim derzeitigen Gelände des Technikmuseum.

Artikel erschienen am 21.12.2010 im "Hamburger Abendblatt"

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Gegner der Küstenautobahn sehen sich durch Bedarfsplan bestätigt

STADE/BUXTEHUDE :: Der Koordinationskreis der Bürgerinitiativen gegen die A 22/20 sieht sich aufgrund der jüngsten Überprüfung der Bedarfspläne des Bundesverkehrsministeriums in seiner ablehnenden Haltung gegen die Küstenautobahn bestätigt. In der Darstellung des Ministeriums fällt diese Autobahn weiterhin unter die Projekte mit „weiterem Bedarf", hat also nachrangige Bedeutung - zumindest was den Abschnitt von Stade bis Westerstede angeht. Damit widerspricht der Bedarfsplan den Äußerungen von Enak Ferlemann (CDU), dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der kürzlich sagte, die A22/2O stehe ,,ganz oben auf der Prioritätenliste". Zu diesem Thema war gestern keine Stellungnahme aus dem Ministerium zu erhalten.

 „Selbst der ADAC, als Lobbyorganisation des Autoverkehrs bekannt, räumt dem Neubauprojekt in seiner kürzlich erschienenen Prioritätenliste nur eine untergeordnete Bedeutung ein", erklärt Uwe Schmidt, Pressesprecher des Koordinationskreises. Dort werde die A 22/2O nur in die zweite Prioritätsstufe, als B-Projekt, eingeordnet. Interessant in der ADAC-Studie stuft Schmidt auch den Hinweis auf die unverhältnismäßige Vielzahl von Großprojekten in Norddeutschland ein, die die Hälfte der insgesamt für Deutschland geforderten Neubau-Kilometer ausmachen.

 „Die anderen Bundesländer werden kaum widerspruchslos zusehen, wenn das wenige Geld, das für den Straßenbau vorhanden ist größtenteils in den Norden fließt", so Schmidt. Das Land Niedersachsen täte seiner Meinung nach gut daran, sich frühzeitig von dem, aussichtslosen Projekt Küstenautobahn" zu verabschieden, anstatt weiterhin Millionen an Landesmitteln für dessen Planung zu verschwenden. In diesem Zusammenhang betont Schmidt: “Die natürliche Ost-West-Fernverbindung für den Güterverkehr ist der Wasserweg und liegt vor der Küste. Der Ausbau der vorhandenen Infrastruktur reicht völlig aus, um lokale Engpässe zu beseitigen." Das koste weniger Geld, könne schneller realisiert werden und nütze allen Seiten, auch der Transportbranche. (tau)

Artikel erschienen am 16.11.2010 im "Hamburger Abendblatt"

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Alle Schölischer sollen sich wehren

Lärm und Gebäudeschäden befürchtet: Bürgergemeinschaft ruft zu Einwendungen gegen A26 auf

hr. STADE. Die Vorstellung der aktuellen Trassenplanung für den fünften Bauabschnitt der A26 (das WOCHENBLATT berichtete) hat die Befürchtungen der Bürgergemeinschaft Schölisch (BG) bestätigt: Durch die Verlegung der Anschlussstelle ,,Stade Nord" werde die Autobahn noch näher an die Wohnbebauung im Ortsteil Schölisch heranrücken. Darauf machte BG-Sprecher Volker Strupat bei einem Treffen mit Stader Kommunalpolitikern aufmerksam, an dem auch die CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann- Tamke teilnahmen. Die BG-Mitglieder vereinbarten mit den Politikern einen gegenseitigen Informationsaustausch, durch den ein aktueller Informationsstand zum Thema A26 gewährleistet werden soll. Die BG will alle Schölischer Bürger auffordern, sich im Rahmen des bevorstehenden Planfeststellungsverfahrens gegen die Trassenführung der Autobahn zu wehren. Bei der Formulierung entsprechender Einwendungen will die BG behilflich sein. Trotz der geringeren Entfernung der Autobahntrasse zu den Häusern in Schölisch soll keine Lärmschutzmaßnahmen geben, weil die Distanz das nach den planungsrechtlichen Bestimmungen nicht erforderlich macht. Weil die Bürgergemeinschaft eine Absenkung des Grundwasserspiegels als Folge des Autobahnbaus befürchtet, empfiehlt sie allen Hauseigentümern, Beweissicherungsverfahren durch Gutachter spätesten beim Beginn der Bauarbeiten einzuleiten. Nur so könnten spätere Schäden dokumentiert werden. Weil die meisten Häuser in Schölisch auf Holzpfähle gegründet sind, bestehe bei einer Grundwasserabsenkung Gefahr für die Bausubstanz.

Autobahn-Lärm und Grundwasserabsenkung: BG-Sprecher Volker Strupat (li.) informierte Rats- und Landtagsmitglieder gemeinsam mit mehreren Mitstreitern über die Befürchtungen der Bürgergemeinschaft Schölisch Foto: oh

Auf dem Foto von links nach rechts:
Christian Völkers (BG), Helmut Dammann-Tamke MdL (CDU), Carola Gesenhues und Monika Geier (beide BG), Henning Münnecke (Grüne), Helmut Büttner und Volker Strupat (beide BG), Klaus Quiatkowsky (SPD), Hermann Neumann (BG), Uwe Merckens (Grüne), Dr. Andreas Schwander, Kai Seefried MdL und Karsten Behr (alle CDU).

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Artikel erschienen am 20.03.2010 im "Neue Stader Wochenblatt"
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A 26: Schölischer fürchten Lärm und Gebäudeschäden

Betroffene Bürger informieren Politiker – Planfeststellungsverfahren steht bevor

Die Bürgergemeinschaft Schölisch (BG), die sich seit fast vier Jahren für eine verträgliche Trassenführung der A 26 um Stade einsetzt, hatte am 01.03.2010 heimische Politiker verschiedenener Parteien zu einem Erfahrungsaustausch ins Hotel „Zur Einkehr“ in Stade eingeladen.
Volker Strupat, einer der Sprecher der Initiative, berichtete über den neuesten Stand der Trassenführung im 5. Bauabschnitt zwischen Drochtersen und Stade-Süd. Dabei war es einigen der Gäste neu, daß nach Vorstellungen der Autobahn-Planer die Freiburger Straße kurz hinter dem Ortsausgangsschild Richtung Kehdingen zur Sackgasse erklärt und nach links abgeschwenkt werden soll. Dadurch rückt die neueste Variante entgegen den Forderungen der Gemeinschaft noch näher an die Wohnbebauung heran. Sie ist aber dennoch so weit entfernt, daß Lärmschutz nicht infrage kommen wird. Und das bei einem prognostizierten täglichen Verkehrsaufkommen von rund 40.000 Fahrzeugen. Außerdem haben die Bürger Angst vor einer Absenkung des Grundwasserstandes durch die Auflast der Autobahn. Eine ähnliche Auswirkung hatte der Autobahnbau im Raum Dollern/Agathenburg. Dort waren aber seinerzeit „nur“ landwirtschaftliche Grundstücke betroffen.
Die Mitglieder des Kernteams der Bürgergemeinschaft kündigen an, daß sie alle Schölischer Mitbürger und Mitbürgerinnen bei dem in Kürze einzuleitenden Planfeststellungsverfahren auffordern werden, sich vehement gegen diese Trassen-änderung zu wehren. Bei der Formulierung der Einwendungen wird die BG zu gegebener Zeit behilflich sein. Außerdem empfiehlt sie spätestens bei Autobahn-Baubeginn pro Wohnhaus die Einleitung eines Beweissicherungsverfahrens durch einen Gutachter, damit später eine Veränderung der Bausubstanz an den Häusern nachgewiesen werden kann.
Ein weiteres Projekt - weil gerade aktuell und in verschiedenen Gremien Hauptthema - wurde in der Runde besprochen: die Schienenanbindung des Seehafens in Stade-Bützfleth an den Stader Güterbahnhof. Alle Teilnehmer waren der Ansicht, daß wenn alle Güterzüge auf dem bisherigen Gleis durch die Stadt geführt würden, permanente Staus unausweichlich wären, da sich das Transportaufkommen spürbar erhöhen werde.
Die Mitglieder der BG und die Politiker versprachen sich gegenseitig, gerade wegen der bevorstehenden Verfahren Informationen kurzfristig auszutauschen, um auf dem jeweils aktuellen Stand zu sein.

Bericht von H.Büttner, Maerz 2010

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Schölischer Front gegen A 26
Bürgergemeinschaft fordert zu Einwendungen während des Planverfahrens auf

STADE-SCHÖLISCH.. Die Bürgergemeinschaft Schölisch empfiehlt Anwohnern, Einwendungen zum demnächst beginnenden Planfeststellungsverfahren des fünften Bauabschnitts der A 26 zwischen Drochtersen und Stade zu erheben. Zusätzlich sollten sie ein Beweissicherungsverfahren an Gebäuden durchführen lassen, um durch die A26 entstandene Schäden später nachweisen zu können, empfiehlt die Gruppe.
Dies wurde bei einem Treffen der Bürgerinitiative mit Stader Ratspolitikern und den Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke (beide CDU) im Hotel "Zur Einkehr" deutlich.
Die Bürgergemeinschaft Schölisch setzt sich seit vier Jahren für eine vertretbare Trassenführung der A 26 ein. Auf Höhe der Autobahnabfahrt Nord wurde die Trassenführung geändert, sodass die Autobahn noch dichter am Schölischer Wohngebiet entlang verläuft. Lärmschutz sei dennoch nicht notwendig, heißt es von Seiten der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Die Schölischer haben Angst vor einer Absenkung des Grundwasserspiegels. Dies würde Schäden an der Bausubstanz der Wohnhäuser verursachen. Die Häuser stehen in der Regel auf hölzernen Pfahlgründungen. Sollte der Grundwasserspiegel absinken, würden die Pfähle verrotten und die Häuser absacken.

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Artikel erschienen am 13.03.2010 im "Stader Tageblatt"
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Nagelneue Autobahn muss wieder umgebaut werden

A 26 bei Stade: Millionen in den Sand gesetzt / Politiker haben gepennt und Behörden nicht mitgedacht

(hrlrs). Es ist kaum zu glauben: Erst im Oktober 2008 wurde das elf Kilometer lange A 26 Teilstück zwischen Horneburg und Stade freigegeben. Jetzt steht fest: Das bisherige Ende der Autobahn in Stade muss mit erheblichem Aufwand um und zurückgebaut werden, wenn in absehbarer Zeit das Autobahnteilstück zwischen Stade und der künftigen A 20 (bisher A 22) bei Drochtersen realisiert wird. Bei der Vorstellung der Planung  für die Autobahn-Verlängerung nach Drochtersen (das WOCHENBLATT berichtete) ist  deutlich geworden, dass der Autobahnanschluss „Stade Süd" und die Brücke über die Bahnlinie zu üppig ausgefallen sind und dass die Autobahnanschlussstelle Stade Ost wieder umgebaut werden muss. Die neue Trasse, die zwischen der Bahnlinie und der Stader Ostumgehung verlaufen soll - mit nur 80 Meter Abstand zur Wohnbebauung des Altländer Viertels - führt durch Moor- und Sumpfgebiet und muss aufwändig mit einem Sandwall vorbereitet werden. Als Grund der teueren Planungspanne nennt die zuständige Behörde den der Zeitfaktor. Erst im Mai 2004 habe der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen, die Autobahn bis zum geplanten Elbtunnel bei Drochtersen zu verlängern. Der Bau des ersten A26-Abschnitts zwischen Stade und Horneburg habe bereits 2001 begonnen, die Planung noch deutlich früher. Als die Stader Autobahnbahnbrücke geplant wurde, stand noch ein vierspuriger Ausbau der B73 zur Debatte. Deshalb wurde auch der Anschluss-Kreisel ,,Kaisereichen", der die vier Autobahn-Spuren überspannt, so groß gebaut. Beide Bauwerke waren jedoch längst noch nicht begonnen, als 2004 die Entscheidung für den fünften A 26-Bauabschnitt fiel. Noch ist offen, wann der Umbau der A26 zwischen den Anschlussstellen ,,Stade Ost" und ,,Stade Süd' Realität wird. Wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist, muss noch die Finanzierung gesichert sein, bevor der erste Spatenstich für die 15 Kilometer des fünften Bauabschnitts bis zu künftigen A 20 erfolgen kann.


Kommentar der Redaktion

So werden wir zur Schulden-Republik
Sie planen ein Haus mit Keller bauen es erstmal ohne, und wenn es fix und fertig ist, dann buddeln sie den Keller darunter. Das ist das Niveau, auf dem Politiker und Behörden in Deutschland mit Millionen an Steuergeldern umgehen. Können wir es uns noch länger leisten, dass Autobahnen geplant werden wie Gemüsebeete, mal hierhin, mal dorthin, je nachdem, wer gerade regiert? Dass Millionen für Schubladen-Planung verschwendet werden. In zehn Jahren reißt man in Stade ab, baut um und wieder neu - und wundert sich, dass selbst die Schlagloch-Sanierung inzwischen auf Pump erfolgen muss - und die Staatsverschuldung ins Unermessliche steigt.
Reinhard Schrader

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Artikel erschienen am 24.02.2010 im "Neue Stader Wochenblatt

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So verläuft das Teilstück der A 26 bis zum Elbtunnel

Pläne im Stader Rathaus vorgestellt - Eine virtuelle Tour auf der Plan-Trasse der Landesbehörde
Peter von Allwörden
Stade.
Der Verlauf des fünften Bauabschnittes der A 26 von Stade bis an die A 20 bei Drochtersen steht - zumindest auf dem Papier. Die abschließende Trasse, mit der das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in wenigen Monaten in das Planfeststellungsverfahren geht, sieht neben einem Trog für die Schwinge, diversen Brücken und Bauwerken auch den einzigen Parkplatz entlang der insgesamt 51 Kilometer langen Autobahn vor. Die Pläne wurden gestern im Stader Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltfragen (ASU) vorgestellt.
Dieses letzte Teilstück der A 26 sorgt für eine Verbindung vom Elbtunnel bei Drochtersen über die A 20 bis zur A 7. Das Teilstück beginnt an dem zwischen Ritsch und Ritschermoor vorgesehenen Autobahnkreuz Kehdingen, das A 20 und A 26 verbindet, und endet in Stade bei Kaisereichen zwischen der vorhandenen Abfahrt Stade Ost und dem Übergang der Autobahn in die B 73. Hier wird es Einfädelungssschleifen geben.
Startet man von Kaisereichen eine virtuelle Tour auf der neuen Plan-Trasse, dann liegt rechts die Ostumgehung, links die Stadt. Der Abstand zur Bebauung ist nach Darstellung von Planerin Maren Gummert von der Landesbehörde so groß, dass kein Lärmschutz vorgenommen werden muss. Einzige Ausnahme: In Höhe Altländer Viertel rückt die Autobahn bis auf 80 Meter an das Wohnquartier heran. Hier werden Lärmschutzwände errichtet.
Fährt man weiter, überquert man auf einer Autobahn-Brücke die Altländer Straße. Schon kurz danach wird die A 26 abgesenkt. Jetzt geht es unter der Schwinge hindurch. Das aber nicht durch einen Tunnel, sondern unter einem Trog. Durch dieses Bauwerk, an dem allein vier Jahre gewerkelt wird, wird der Fluss quasi in eine riesige Betonwanne umgeleitet. Das Verfahren, das die Stadt Stade angeregt hatte, ist günstiger als ein Tunnel.
Parallel zum hier kanalisierten Fluss verläuft über eine Brücke das Industriegleis aus Richtung Brunshausen in Richtung Bahnhof. Eine Querung für ein neues Industriegleis, das die Stadt umfährt, ist bisher nicht vorgesehen. Sollte die Stadt die Planung forcieren, dann müsste hier nachgebessert werden. Wie berichtet, setzt sich eine Initiative "Pro Industriegleis Stade" massiv dafür ein.
Nun nähert sich der Autofahrer auch schon der neuen Abfahrt Stade Nord. Sie liegt hinter der Freiburger Straße zwischen dem Obstmarschenweg und der Stader Ortschaft Schölisch. Hier rückt die Autobahn ziemlich dicht an die Schölischer Wohnhäuser heran, aber Lärmschutz ist hier angeblich nicht notwendig. Das hat bereits Schölischer aufgeschreckt, die für eine Verlegung der Trasse kämpfen.
Von der Abfahrt Stade Nord gelangt der Autofahrer einerseits auf die L 111 nach Kehdingen oder zur Ostumgehung. In Richtung Innenstadt fährt er über die Freiburger Straße oder genauer: über ein Rumpfstück der Freiburger Straße, denn die wird einfach abgeschnitten. Wer nach Stadersand, ins Industriegebiet oder auf den Obstmarschenweg will, muss nunmehr über den Autobahnzubringer fahren.
Der Weg geht weiter zum Autobahnkreuz Kehdingen und führt in Richtung Moor. Im Stader Moor macht die A 26 auf Höhe des Landernweges eine Rechtskurve. Fortan verläuft sie fast parallel zu diesem alten Feldweg, der auf der Grenze von Marsch und Moor liegt. Die Straße von Schölisch nach Götzdorf und die von Bützflethermoor nach Bützfleth sowie mehrere Feldwege werden über Brücken über die Schnellstraße geführt.
Kurz vor dem Autobahnkreuz Kehdingen, direkt an der Gemarkungsgrenze von Bützfleth und Assel wird der neue mit einer WC-Anlage ausgestattete Parkplatz entstehen. Er soll Platz für je 30 Laster und Personenwagen bieten.



Daten auf einen Blick

Der fünfte Bauabschnitt wird insgesamt 15,7 Kilometer lang. Es werden 26 Bauwerke für Straßenquerungen und Wasserläufe entstehen - darunter sind sieben Brücken. Größtes Bauwerk ist der Schwinge-Trog.
Nach Verkehrsprognosen, die den Anschluss an die A 7 und an den Elbtunnel berücksichtigen, werden im Jahr 2025 pro Tag rund 36 500 Pkw und 7000 Lkw auf der A 26 fahren. Das entspricht einer mittelmäßigen Auslastung.
Im zweiten Quartal 2010 werden die Planfeststellungsunterlagen in den Rathäusern in Stade und Drochtersen für insgesamt vier Wochen ausgelegt. Bis zu zwei Wochen danach läuft die Frist für Einwendungen.
Wenn alles glatt und ohne Klagen abläuft, könnte dieser fünfte Bauabschnitt schon 2011 die sogenannte Baureife erlangen. Er steht im vordringlichen Bedarf in Bundesverkehrswegeplan. Aber die Finanzierung ist noch offen. Optimisten gehen von einer Fertigstellung noch in diesem Jahrzehnt aus. Die reine Bauzeit beträgt etwa sechs Jahre.

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Artikel erschienen am: 19.02.2010 im "Stader Tageblatt"

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80 Meter Abstand zu Häusern

Der fünfte Bauabschnitt der A26: Um- und Rückbauten bei Stade - 700 Meter Lärmschutzwand

Hr. STADE.
Der fünfte Bauabschnitt der Autobahn A26 rückt Stade gewaltig auf die Pelle: Im Abstand von nur 80 Metern soll die Trasse im Bereich des Altländer Viertels an der Wohnbebauung vorbeiführen. Auf 700 Meter Länge ist dort eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand geplant. Gut 40.000 Fahrzeuge pro Tag sollen 2025 vermutlich über die A26 rollen. Maren Gummert, stellvertretende Leiterin der Stader Dependance des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, stellte die aktuellen Autobahn-Pläne am Donnerstagnachmittag im Stader Fachausschuss vor: Das Planfeststellungsverfahren für den 16 Kilometer langen Bauabschnitt, mit dem die Verbindung zwischen der A26 in Stade und dem geplanten Elbtunnel bei Drochtersen entsteht, soll schon im zweiten Quartal diesen,Jahres eingeleitet werden. Überraschung für die Stader Kommunalpolitiker: Im Zuge der Anbindung an das fertige Teilstück muss die vor noch nicht allzu langer Zeit fertiggestellte Anschlussstelle ,,Stade Ost" noch einmal umgebaut werden. Dabei soll die Auffahrt in Richtung Hamburg auf die östliche Seite der Ostumgehung (L 111) verlogt werden.
Das ist erforderlich, um die Haupttrasse der Autobahn nicht als ,,Abzweigung" erscheinen zu lassen. Vor der Bahnbrücke wird die A26 in einer Rechtskurve in Richtung Drochtersen östlich des Stader Stadtgebiets fortgeführt. Der Verkehr in Richtung B 73, in die die A26 bisher noch direkt mündet, soll dabei zukünftig über die Autobahn hinweg geführt werden. In der Gegenrichtung wird die Trasse auf eine Einfädelungsspur zurückgebaut. Jenseits der Schwinge soll ein Autobahnanschluss mit zwei ,,Turbo-Kreiseln" in Höhe des Schneewegs entstehen. Bei Drochtersen soll der Autobahnabschnitt schließlich auf die A20 stoßen, die durch den Elbtunnel führt. Vor dem Start des Tunnelbaus ist kaum mit einer Realisierung der geplanten Autobahn zu rechnen. Als erstes Bauvorhaben wird dann auf jeden Fall der ,,Trog' in Angriff genommen, unter dem die Autobahn unter der Schwinge hindurch geführt werden soll. Allein die komplizierten Wasserbauarbeiten, bei denen Spundwände den Fluss jeweils zur Hälfte abschotten, werden laut Maren Gummert vermutlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Maren Gummert (kl. Foto) stellte die Planung vor: Zwischen L 111 und Bahnbrücke soll die A26 mit einer Rechtskurve in Richtung Drochtersen fortgeführt werden. Die Auffahrt in Richtung Hamburg (links) muss dabei auf die andere Seite
der Ostumgehung verlegt werden Fotos: hr

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Artikel erschienen am 20.02.2010 im "Neue Stader Wochenblatt" 

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Artikel erschienen am 05.12.2009 im "Neue Stader Wochenblatt"  ______________________________________________________________________________________________

Autobahn: Schölischer fürchten den Lärm

 Bürgergemeinschaft lud zu Infoabend - Grundwasserabsenkung kann zu Gebäudeschäden führen

Volker Strupat zeigt an der Karte die neue Trassenführung der A 26. Foto von Allwörden

STADE. Mit Entsetzen reagieren die Aktivisten der Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen auf die nunmehr festgelegte Trasse des fünften Bauabschnittes der A 26. Seit Jahren kämpft die Initiative dafür, die Autobahn etwas weiter entfernt von der Schölischer Wohnbebauung zu errichten. Stattdessen rückt sie in der neuesten Variante der Landesplaner noch dichter ran. Volkert Strupat und seine Mitstreiter von der Bürgergemeinschaft hoffen nun, dass möglichst viele Anlieger bei dem im Frühjahr 2010 anstehenden Planfeststellungsverfahren zu dem Teilstück der A 26, das von Stade-Süd bis zum Elbtunnel bei Drochtersen führt, schriftlich Einwendungen erheben. Dazu forderten sie am Montagabend während einer gut besuchten Bürgerversammlung im Hotel "Zur Einkehr" die Anwohner auf.Strupat ist umso enttäuschter wegen der neuen Linienführung der Autobahn, weil die Initiative eigentlich genau das Gegenteil gefordert hatte. In diversen Gesprächen mit dem Stader Landesamt für Straßenbau und Verkehr, mit Politikern, Vertretern der Stadt Stade und in einer Landtagspetition haben die Protestler nicht gegen die Autobahn an sich, sondern nur für eine "verträgliche Trassenführung" gekämpft. Nun aber wird die Autobahn in einem Bogen noch dichter an Schölisch herangeführt. Aber sie sei wiederum so weit entfernt, dass kein Lärmschutz errichtet werde, so Strupat.So fürchten die Schölischer einerseits Beeinträchtigungen durch Lärm und einen unschönen Blick auf die in Höhe Schnee geplante Autobahnzufahrt. Vor allem aber haben sie Angst vor einer Absenkung des Grundwasserstandes durch die Autobahn. Ähnliches sei ja auch im Alten Land passiert, so Strupat weiter. In Schölisch sind nämlich die Häuser wegen des Untergrunds überwiegend auf Holzpfählen gebaut. Sinkt der Grundwasserstand und fallen dadurch die Holzpfähle trocken, dann rotten sie und die Häuser sacken ab. Um hier bei eventuellen späteren Schäden nicht das Nachsehen zu haben, empfehlen die Bürgeraktivisten ein Beweissicherungsverfahren, bei dem ein Gutachter beauftragt werden muss. Die Kosten trägt übrigens der Bund.

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Artikel erschienen am: 25.11.2009 im "Stader Tageblatt" ______________________________________________________________________________________________

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Artikel erschienen am 01.04.2009 im "Neue Stader Wochenblatt"  

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Weiter in Sorge                                                                                                      Furcht vor naher Autobahn 26

Stade (ief).Jetzt haben es die Schölischer Bürger, die seit zwei Jahren für eine "verträgliche Trasse" der A 26 kämpfen, schwarz auf weiß. Die von ihnen befürchteten negativen Auswirkungen des Autobahnbaus werden nicht eintreten. Das zumindest sagt ein Gutachten. Die Schölischer Bürger hingegen schütteln nur den Kopf: "Das glauben wir nicht."In einer Presseinformation gehen sie mit der Leiterin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Gisela Schütt, und dem von ihr vertretenen Gutachten ins Gericht. Die Schölischer Bürger haben Angst vor Schäden an ihren Häusern, wenn die derzeit favorisierte Variante des Teilstücks der A 26, das zwischen Schölisch und Götzdorf entlangführt, gebaut wird. Etwa 90 Prozent der Häuser in Schölisch sind auf Holzpfählen gegründet. Sollten die Holzpfähle trocken fallen, faulen sie und halten das Haus nicht mehr.Die Fachleute von der Straßenbaubehörde gehen davon aus, dass es Grundwasserbewegungen lediglich in einem 10 Meter breiten Streifen links und rechts der Trasse geben werde. Die Schölischer Häuser aber sind 700 Meter entfernt. Auch werde es keine großräumigen Grundwasserabsenkungen im Zuge der Baumaßnahme A 26 geben."Das Gutachten stellt uns insgesamt nicht zufrieden", sagt der Sprecher der Bürgerinitiative, Helmut Büttner. Einiges sei widersprüchlich und einiges decke sich nicht mit den Beobachtungen der Bürger. So besagt das Gutachten, dass Absackungen nicht möglich seien. Hingegen verweisen die Bürger auf das Lilienviertel und das Schölischer Hochfeld.Das Gutachten kann ihnen die Furcht vor der zu nahen Autobahn nicht nehmen: "Wir haben nach wie vor Angst um unsere Häuser".

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Artikel erschienen am: 26.03.2009 im "Stader Tageblatt"

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A 26: Jetzt ist die Bahn frei
Bis zum B 73-Stau – Wie die Zukunft von Autobahn und Elbtunnel aussieht

Stade (pa). Einerseits ist heute ein historischer Tag: Die Autobahn wurde freigegeben. Nach Jahrzehnten kann endlich die A 26 befahren werden. Aber: Nur das erste Teilstück und dann auch noch das am wenigsten notwendige. Unsicherheit herrscht aber nach wie vor in der Frage, wann die Autobahn an die A 7 auf Hamburger Gebiet angeschlossen wird.

Immerhin: Es wird weitergearbeitet. Der Sand, der von dem Damm des ersten A 26-Teilstücks abgetragen wurde, ist jetzt schon weiter Richtung Buxtehude auf dem 2. Bauabschnitt zum Damm aufgeschüttet. Hier wird mit dem sogenannten Vorbelastungsverfahren gearbeitet: Sand wird zur Trasse aufgeschüttet, setzt sich ab, wird verdichtet und der Unterboden entwässert. Dieses Verfahren ist langwierig – passt so gut zu dem zähen Planungsfortschritt der früher einmal heftig umstrittenen, heute aber von vielen herbeigesehnten Erschließungs-Autobahn Richtung Hamburg. Die Profiteure sollen nicht nur die vielen Hamburg-Pendler, sondern vor allem der Wirtschaftsraum rund um Stade werden.

                                                               Am Donnerstagabend gegen 18 Uhr wird das erste Teilstück der A 26 für den Verkehr freigegeben – es endet nach rund zwölf Kilometern bei Horneburg. Foto: Emde

Wie geht es weiter?

Während sich der Sanddamm schon auf dem zweiten Bauabschnitt (8,8 Kilometer) setzt, wird für einen Teilbereich östlich der Este ein neues Planfeststellungsverfahren aufgelegt. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat die Straßenplaner zu einer neuen Linienführung verdonnert. Dagegen könnte es auch noch Klagen geben. Fazit: Hier ist die genaue Zeitbestimmung absolut ungewiss. Wenn das neue Planverfahren, das Anfang 2008 eingeleitet worden ist, zügig läuft, kann in etwa drei Jahren mit einem Baubeginn auf diesem Stück östlich der Este gerechnet werden.
In dieser Zeit sind dann sicher die Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt von Buxtehude nach Neu Wulmstorf (4,4 Kilometer) und von dort bis zum A 7 (7,8 Kilometer) angelaufen, aber nicht unbedingt beendet. Für den letztgenannten Abschnitt ist Hamburg zuständig. Die Hamburger liegen ein halbes Jahr zurück, erwarten im Frühjahr 2009 die Zustimmung aus Bonn zu ihren Vorentwürfen. Dann kann auch hier das Planfeststellungsverfahren anlaufen.
Mit dem fünften Bauabschnitt wird die A 26 von Stade nach Drochtersen an den projektierten Elbtunnel angeschlossen. Der Planentwurf ist fertig und geht in Kürze zur Abstimmung nach Bonn. Dann kann auch hierfür das Planfeststellungsverfahren im Frühjahr 2009 eingeleitet werden. Baureif ist die Planung vielleicht 2012/13, wenn alles ohne Komplikationen läuft.
Doch auch bei der Tunnel- und A 20/A 22-Planung (Küstenautobahn von der Ostsee bis Glückstadt/Fortsetzung der Autobahn vom Elb- bis zum Wesertunnel) läuft nicht alles so glatt, wie es sich manche Politiker der Region wünschen. Diesmal kamen kritische Töne von der Kieler Landesregierung. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette sieht Finanzierungsprobleme und nennt das Jahr 2017 als frühesten Fertigstellungstermin für Tunnel und Autobahn.
Sobald der Elbtunnel bei Drochtersen endgültig in Papier und Tüten ist, kann mit dem Bau des fünften, 14 Kilometer langen Abschnitts der A 26 begonnen werden. Ob es wirklich zu einer Fertigstellung im Jahr 2017 kommen wird, ist fraglich. Wenn die Planungen von A 22 und Elbtunnel zu einer ähnlich unendlichen Geschichte werden wie der Bau der A 26, kann es noch lange dauern.
Froh wäre so mancher, der dringend auf den Anschluss der A 26 an Hamburg wartet, wenn wenigsten hier verlässliche Fertigstellungszahlen vorlägen. Doch die gibt es nicht. Die neue Chefin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und oberste Autobahnplanerin in Stade, Gisela Schütte, jedenfalls will sich nicht festlegen: „Von mit bekommen Sie keine konkrete Jahreszahl.“
2014, 2015 oder noch später – keiner weiß genau, wann die A 26 fertig sein wird. Fest steht nur: Ab Donnerstag können wir schon mal auf den ersten zwölf Kilometern so richtig Gas geben. Dann kommen wir schneller dorthin, wo es auf der B 73 richtig eng wird.

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Artikel erschienen am: 23.10.2008 im "Stader Tageblatt" ______________________________________________________________________________________________

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Artikel erschienen am 19.07.2008 im "Neue Stader Wochenblatt"  

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Angst vor gammelnden Gründungspfählen

Bürgergruppe kämpft für Verlegung der A 26

Stade (pa). Schölischer Bürger kämpfen immer noch eifrig für eine Verlegung der Trasse des letzten Abschnittes der A 26 von Stade nach Drochtersen. Sie haben mittlerweile herausgefunden, dass die ursprüngliche Variante nur in Richtung Schölisch verlegt worden ist, weil ein Grundstückseigentümer sein Land für die Autobahn angeboten hat.

Dass dieses Kaufangebot bestehe, hatte kürzlich die neue Leiterin des für die Autobahnplanung federführenden Stader Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Gisela Schütt, den Bürgerinitiativlern aus Schölisch bestätigt, sagt der Sprecher der „Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen“, Helmut Büttner.
Die Bürgergruppe, die nach eigenem Bekunden nicht gegen die Autobahn ist, sondern nur eine Trassenverlegung zum Ziel hat, hatte zuvor bereits an das Land eine Eingabe gemacht und die Bundestagsabgeordnete Martina Krogmann eingeschaltet. Bisher bleiben die Bemühungen erfolglos. Die Gruppe möchte nicht nur die alte Trasse, sondern schlägt eine vor, die noch etwas weiter von der Ortschaft entfernt liegt (siehe Skizze).
Vor allem treibt die Schölischer die Angst um, dass durch Trockenlegung der Moor-Trasse die Pfahlgründungen, auf denen ihre Häuser stehen, auch trockenfallen. Folge wäre mittelfristig, dass den Schölischern die Fundamente ihrer Häuser weggammeln. Je weiter die Autobahn von der Siedlung entfernt liege, desto geringer ist diese Gefahr.
Schließlich führt Büttner noch das Argument ins Feld, dass die Trassenvariante der Bürgerinitiative rund 400 Meter kürzer sei, als die derzeit offizielle. Bei Baukosten pro Autobahnkilometer von rund 25 Millionen Euro könnten so immerhin rund zehn Millionen Euro eingespart werden, rechnet Büttner vor.
Ob die Bürgergruppe mit diesem Argument überzeugen konnte, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall hat die neue Behördenchefin Schütt versprochen, durch Gutachter die Gefahr des Trockenfallens der Pfahlgründungen überprüfen zu lassen. Denn eines ist den Autobahnplanern denn auch bewusst: Wenn sie die Trasse einfach von Schölisch abrücken, kommen sie dichter an die Ortschaft Götzdorf. Und dort steht der nächste Ärger ins Haus, weil die Götzdorfer den Lärm fürchten.

Die blaue Trasse zeigt die derzeitige Planvariante, die hellbraune die ursprüngliche der Landesplaner in der Phase der sogenannten Linienbestimmung. Gelb ist die Wunschvariante der Schölischer.

Artikel erschienen am: 19.07.2008 im "Stader Tageblatt"

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STELLUNGNAHME an die Redaktion                                                                     erfolgte am 20.07.2008 durch Jochen Müller

Sie berichten zutreffend über die Probleme, die die geplante A26-Trasse für die Schölischer BürgerInnen bereitet. Es muss aber klargestellt werden, dass der Vorschlag der Bürgergruppe sich nicht gegen Götzdorfer Interessen richtet. Sämtliche Empfehlungen der BG bemühen sich, keine Konfrontationen aufkommen zu lassen und die Belange der benachbarten Ortschaft zu berücksichtigen. So weisen wir darauf hin, dass Götzdorf nur dann ein Lärmschutz zusteht, wenn die Trasse gemäß unserem Vorschlag verläuft; sollte die A26 wie geplant gebaut werden trifft Götzdorf bei den vorherrschenden Westwinden der Lärmpegel ungeschützt. Die Bürgergemeinschaft setzt sich für eine Trassenführung ein, die die Belange aller Anrainer berücksichtigt.

 - bitte beachten - bitte beachten - bitte beachten - bitte beachten - bitte beachten - bitte beachten - bitte beachten - 

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Autobahn 26-Bau bedroht die Fische

Giftig: Sanddamm drückt eisenhaltiges Wasser hoch – Angler sorgen sich um die Weidbek und die angrenzenden Gewässer

Buxtehude (bv).Die Angler sind in Sorge: Der Weiterbau der Autobahn 26 östlich der Este durch das Moor bei Buxtehude „bedroht die ökologisch sehr wertvolle Weidbek und Gewässer in ihrem Einzugsbereich“, sagt Martin Frerichs vom Angelsportverein „Scheeben Wind“. Die Angler verweisen auf die Probleme mit dem Eisen an der A 26-Trasse zwischen Neuenkirchen und der Kreisstraße 26. Der Sanddamm drückt dort das Grundwasser hoch, das dadurch gelöste Eisen bedrohe nicht nur den Obstbau (Beregnung), sondern auch die Fischpopulation und die Insekten. Ihr Appell: Östlich der Este müsse der Gewässerschutz „von Anfang an besser laufen“........................

Der vollständige Artikel mit Bild

Artikel erschienen am: 27.06.2008 im "Stader Tageblatt"

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So rollt der Verkehr in Zukunft

Wie sich Stades Planer die Anbindung auf Straße und Schiene vorstellen
Stade. (pa). Der Stadt Stade stehen bahnbrechende Entwicklungen ins Haus. Neben dem CFK-Valley wird vor allem die Hafenerweiterung Anstöße für weitere Industrieansiedlungen geben. Aber ähnlich wie bei den umstrittenen Kohlekraftwerken gibt es auch bei der Hafenplanung eine Kehrseite: deutlich mehr Verkehr und damit zunehmende Lärmbelastungen für die Menschen vor Ort. Genau diese Belange möchten die Stadtplaner aber schon im Vorwege berücksichtigen.

Ein Hafenbetrieb bedeutet Umschlag und Verkehr. Waren werden angeliefert und müssen auf Straße und Schiene weiterverteilt werden. Da sind die Anlandungen eines großen Kohle-Schiffs pro Woche für ein Kraftwerk gar nichts im Vergleich zu den übrigen Umschlägen, die auf den Seehafen nach der Erweiterung zukommen.
Deshalb sagt Stades Bürgermeister Andreas Rieckhof, dass die Stadt gerne einen Hafenbetreiber hätte, der nicht nur Massengut umschlägt, sondern auch für Wertschöpfung vor Ort sorgt. Im Klartext: Waren oder Halbfertigprodukte sollen in Stade weiterverarbeitet werden. Das bedeutet Arbeitsplätze und unter Strich Wachstum auf allen Ebenen.
So oder so benötigt der Hafen eine sogenannte Hinterlandanbindung – also Straßen, Schiene und natürlich auch wieder Schiffe selbst, mit denen die Waren bewegt werden. Der Trend geht zu den kleineren Feederschiffen, auf die von den großen Pötten umgeladen wird.

Der Straßenverkehr
Im Bereich Straßenbau ist planerisch zwar alles auf den Weg gebracht worden durch den geplanten Elbtunnel bei Drochtersen und die Verlängerung der A 26 um den fünften Abschnitt bis zu diesem neuen Elbtunnel. Hier ist dann auch eine Abfahrt in Höhe Schnee vorgesehen, die Industriegebiet und Hafen anbindet. Nur wann es tatsächlich soweit ist, das mögen weder Rieckhof noch sein Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms vorhersagen.
Die Aussage der neuen Chefin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Gisela Schütt, wonach der Bund nicht dazu da sei, örtliche Industriegebiete anzubinden, lässt kaum auf Kooperation hoffen. Schütt hatte diese Äußerung, die bei Politikern auf Unverständnis stößt, unlängst während einer Infoveranstaltung der CDU im Stader Rathaus gemacht.
Da muss Bürgermeister Rieckhof schon über die politische Schiene in Hannover und Berlin Druck machen, wenn ihm nach eigenen Bekunden vorschwebt, ein Teilstück diese fünften Bauabschnitts eventuell vorzuziehen.
Doch darauf setzen die Stadtplaner letztlich nicht. Sie wissen, dass auf der Autobahn möglicherweise erst acht Jahre nach der Inbetriebnahme des neuen Hafens der Verkehr rollen wird. Dabei ist die Einschätzung, dass es 2020 den neuen Elbtunnel nebst A 22 und A 26 geben wird, recht optimistisch.
Schröder-Doms plant lieber einen relativ schnell umzusetzenden Kreisverkehr in Höhe Götzdorf bei der Zufahrt zum Industriegebiet, um hier für einen störungsfreien Verkehrsfluss zu sorgen. Der sei ja so oder so sinnvoll, auch wenn es die Autobahn einmal gebe, so der Stadtbaurat. Dabei beruhigen er und Rieckhof die Bützflether: Durch den Ort selbst werde kaum mehr Verkehr fließen, sondern überwiegend in Richtung A 26 über die Ostumgehung.

Die Schienen (rot) sollen nicht mehr durch die Stadt führen (gepunktete Linie), sondern parallel zur Ostumgehung. Die blaue Linie zeigt die A 26 und das Teilstück Richtung Elbtunnel (gepunktet). Gelb ist die B 73 gekennzeichnet. Die roten Kreise markieren die Ausweichgleise.

Der Schienenverkehr und die Umgehung der Stadt
Im Grund sind die Pläne, auf die die Stadtplaner jetzt zurückgreifen und die sie anpassen, alt. Schon im Flächennutzungsplan von 1976 wurde eine Gleistrasse parallel zur Ostumgehung festgeschrieben, aber nie umgesetzt.
Genau das soll jetzt passieren. Denn oberstes Ziel der Stadtplaner sei es, den Güterverkehr aus der Stadt herauszuholen, sagt Rieckhof.
Wenn die Schwinge überquert ist, sollen die Züge nicht mehr in die Stadt, sondern daran vorbei gelenkt werden, um zwischen Stade und Agathenburg auf das Gleis in Richtung Hamburg zu fahren. Da dort möglicherweise einmal gewartet werden muss, weil der Personenverkehr Vorrang hat, schwebt den Planern hier auch ein Ausweichgleis für einen sogenannten Ganz-Zug von 700 Metern Länge vor.
Ein solches Ausweichgleis soll ebenfalls in dem Industriegelände in Höhe Schnee installiert werden (siehe zu den Plänen die obige Skizze der Planer). Ansonsten sind die Gleisanlagen und die Verladeeinrichtungen der gerade erweiterten Industriebahn Brunshausen (IBB) weitgehend vorhanden. Lediglich in der Nordspitze des Industriegeländes muss noch die genaue Zufahrt zum Hafen geregelt werden.
Während letzteres die Landestochter N-Ports, die ja auch die Hafenerweiterung plant und umsetzt, im Zuge des Planverfahrens zum Hafenausbau selbst mit erledigt, macht die Stadt zunächst die neue Gleisanlage parallel zur Ostumgehung zu ihrer Sache. Planerisch wird zwar später die Bahn selbst zuständig sein, aber die Stadtplaner möchten das Ganze anschieben. Vor allem soll Überzeugungsarbeit in Richtung Verkehrsministerium in Hannover geleitet werden. Rieckhof: „Denn meine große Sorge ist, dass wir den Hafen nicht rechtzeitig anbinden können.“

Artikel erschienen am: 10.06.2008
im "Stader Tageblatt"

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Artikel erschienen am 14.05.2008 im "Neue Stader Wochenblatt"  

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Protest gegen die A 26 in Schölisch

Stadtteil-Bewohner sorgen sich um Lärm
Stade (pa). Die Initiative „Bürgergemeinschaft für Schölischer Interessen“ kämpft weiter für eine Verlegung der A 26-Trasse, damit der Stader Stadtteil nicht so vom Lärm belastet wird. Eine Petition der Schölischer ist kürzlich im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr im Hannoveraner Landtag beraten worden – allerdings ohne Stellungnahme. Gesprochen haben die Protestler kürzlich auch mit der Bundestagsabgeordneten Martina Krogmann.

Der Landtagsausschuss habe zwar mitgeteilt, dass er sich in die laufenden Planungen nicht einmischen wolle, sagt Initiativen-Sprecher Helmut Büttner. Aber immerhin seien die Landespolitiker nun auf ihr Problem aufmerksam geworden. Das kennt inzwischen auch die Stader CDU-Bundestagsabgeordnete Martina Krogmann. Sie hatte sich kürzlich mit den Schölischern getroffen und sich deren Sicht erklären lassen.
Probleme hat die Bürgergruppe nicht grundsätzlich mit der Autobahnplanung, sondern lediglich mit dem Trassenverlauf. Der zurzeit im Planfeststellungsverfahren befindliche fünfte Abschnitt der A 26, der die Verbindung vom Elbtunnel bei Drochtersen zur A 26 bei Stade schafft, führt nämlich unmittelbar an der Schölischer Wohnbebauung vorbei. Genau genommen in einem Abstand von etwa 600 Metern. Schallschutzmaßnahmen sind aber erst bei 500 Metern erforderlich.
Anwohner wollen andere Trasse
Ursprünglich hatte es eine Trassenführung gegeben, die fast 800 Meter Abstand hatte. Genau die möchten die Schölischer auch wiederhaben. Sie sei weniger kurvig und sogar leicht kürzer, sagt Büttner. Sie liegt zwar etwas dichter an Götzdorf, aber längst nicht so dicht wie momentan an Schölisch.
Deshalb haben die Bürgerinitiativler keinerlei Verständnis für diese Trassenänderung und hoffen auf die Einsicht der Autobahn-Planer und die Unterstützung der Politiker bei laufenden Planfeststellungsverfahren, das noch 2008 abgeschlossen sein soll.

Artikel erschienen am: 02.05.2008 im "Stader Tageblatt"

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Artikel erschienen am 12.04.2008 im "Neue Stader Wochenblatt"  

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Artikel erschienen am 21.11.2007 im "Neue Stader Wochenblatt" _______________________________________________________________________________________________
In Anwesenheit des CDU-Landtagsabgeordneten Karsten Behr (links) übergaben die Schölischer Christian Völkers, Volker Strupat und Helmut Büttner ihre Petition an Landtagspräsident Gansäuer (von rechts).

Protest aus Schölisch gegen die A 26-Trasse
Stader überreichen Petition in Hannover – Berlin hält an Maut fest                                                                                                     
Kreis Stade (sh/bv). Neben dem Widerstand gegen die A 22 formiert sich auch der Protest gegen die Trassenführung der A 26 bei Schölisch. Eine Petition mit 84 Unterschriften übergab die „Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen“ diese Woche an Landtagspräsident Jürgen Gansäuer.

Rund 600 Meter nördlich von Schölisch soll die A 26 verlaufen. Damit habe sich seit dem Raumordnungsverfahren vor drei Jahren die Trassenführung „zu Ungunsten des Wohngebietes Schölisch verändert“, heißt es in dem Schreiben an Gansäuer. So fürchten die Schölischer insbesondere um die Sicherheit ihrer Häuser, die zu 90 Prozent auf Holzpfählen errichtet wurden. Aufgrund der Dammaufschüttung könne das Grundwasser absinken, so dass die Pfähle im Trockenen stehen und verfaulen, so Sprecher Helmut Büttner.
Darüber hinaus würden durch die Trassenführung zwei von drei Schölischer Obsthöfen zerschlagen, obgleich die Unantastbarkeit der Höfe immer zugesichert worden sei. Erste Beweissicherungsverfahren seien bereits in Arbeit.
Die Bürgergemeinschaft hat durch den Hamburger Rechtsanwalt Michael Günther eine Sammelpetition formulieren lassen, die 84 Betroffene unterschrieben haben. Zudem sammelte sie 250 Unterschriften von Stader Bürgerinnen und Bürger, die generell mit der Trassenführung nicht einverstanden sind. Beides übergaben die Sprecher in Hannover dem Landtagspräsidenten.
V Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hält an der Maut-Pflicht für den I. Bauabschnitt der A 26 zwischen Stade und Horneburg fest. Das hat der Parlamentarische Staatssekretär Achim Großmann der Bundestagsabgeordneten Dr. Martina Krogmann (CDU) mitgeteilt.
Zurzeit gebe es 69 Autobahnabschnitte ohne Netzanschluss (Liste bei TAGEBLATT-online). Diese seien 344 Kilometer lang und machten drei Prozent des mautpflichtigen Streckennetzes aus, im ersten Halbjahr 2007 landeten aus diesen isolierten Teilstücken zehn Millionen Euro in der Kasse. Welche Einnahmen auf dem A 26-Teil zu erwarten seien, sei unbekannt.
In Anbetracht dieser „großen Anzahl isolierter Teilstücke“ hält Staatssekretär Achim Großmann (SPD) an seiner Auffassung fest, dass mit der „Freistellung der A 26 von Stade bis Horneburg ein Präzedenzfall geschaffen würde, der die allgemeine Mautpflicht nachhaltig in Frage stellen könnte“.
Gleichwohl solle – nach der Freigabe im Herbst 2008 – überprüft werden, inwieweit die B 73 entlastet wird. Falls keine Entlastung eintritt, könne das Land „verkehrslenkende Maßnahmen“ anordnen – und den (Lkw-) Verkehr beschränken oder umleiten, um die Bevölkerung vor Unfällen, Abgasen und Lärm zu schützen. Gromann: „Alternativ kommt – in Abstimmung mit dem Land Niedersachsen – die Bemautung der B 73 in Betracht, wenn dies aus Sicherheitsgründen gerechtfertigt ist.“
Landrat Michael Roesberg, CDU, FDP und SPD hatten sich bis zur Fertigstellung der A 26 zur A 7 für eine Befreiung von der Maut ausgesprochen.

Artikel erschienen am: 17.11.2007 im "Stader Tageblatt" ______________________________________________________________________________________________

Artikel erschienen am 11.07.2007 im "Neue Stader Wochenblatt" ______________________________________________________________________________________________

Artikel erschienen am 17.03.2007 im "Neue Stader Wochenblatt"  ______________________________________________________________________________________________

Artikel erschienen am 15.11.2006 im "Neue Stader Wochenblatt"
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  Artikel erschienen am 01.11.2006 im "Neue Stader Wochenblatt"
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Für einen verträglichen Verlauf der A 26 vor ihrer Haustür: Die Schölischer Jochen Müller, Helmut Büttner, Hermann Neumann, Christian Völkers, Volker Strupat und Nikolai Grünberg (von links). Foto: Schmidt

Die Autobahn vor der Haustür
Initiative in Stade-Schölisch will anderen Trassenverlauf der A 26                                                                                                     
Stade-Schölisch (ccs). Sie ist keine Initiative gegen die Autobahn A 26, fordert aber eine „verträgliche Trassenführung um Stade“ – die Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen.

Es geht um den so genannten fünften Bauabschnitt der A 26, der Autobahn, die ursprünglich nur zwischen Stade und Hamburg verlaufen sollte und dort bereits in Bau ist. Der fünfte Bauabschnitt kam mit den Überlegungen für eine weitere Autobahn aufs Tapez: Die Küstenautobahn A 20/A 22 soll einmal von Schleswig-Holstein kommend bei Drochtersen die Elbe queren und dann Richtung Unterweser weiter gehen. Der fünfte Bauabschnitt der A 26 würde diese Küstenautobahn von Drochtersen aus mit Stade verbinden, indem sie fast parallel zur Elbe durch die Südkehdinger Moorgebiete, an Schölisch vorbei, die Schwinge querend in Richtung Agathenburg verlaufen würde.
Zunächst konnten sich die Schölischer mit der vorläufig auf Karten zu findenden Trassenführung noch anfreunden: „Schließlich“, so Initiativensprecher Volker Strupat, „soll die A 26 ja die Wirtschaft voran bringen und Arbeitsplätze schaffen“. Doch inzwischen liegt der Bürgergemeinschaft eine neue, aktuelle amtliche Karte vor. Dazu Christian Völkers: „Danach würde die A 26 statt rund 1000 Meter nur noch maximal 600 Meter von Schölisch entfernt verlaufen.“ Der Obstbauer ist außerdem besorgt, weil sein Anwesen durch die Trasse zerschnitten wird.
Warum die Autobahntrasse nach der derzeitigen Planung nicht auf der halben Distanz zwischen den Orten Götzdorf und Schölisch verläuft, wie ursprünglich geplant, beantworteten weder Stadt noch Straßenbauverwaltung, kritisiert Völkers. Auch befürworten die Schölischer für die A 26-Querung der Schwinge die Troglösung.
Mehrere Argumente sprechen aus Sicht der Gruppe gegen den Schölisch nahen Verlauf:
Die Autobahn würde mit 30 000 Pkw pro Tag und einem Schwerlastverkehr von über zehn Prozent eine erhebliche Lärmbelastung für die Ortschaft bedeuten, zumal die Fahrbahn mindestens 1,50 Meter über Geländehöhe verlaufen soll und kein Schutzwall geplant sei, so die Befürchtung.
Der Druck des für den Bau der Autobahn erforderlichen Sanddammes könnte zu einem Anstieg des Grundwassers und einer Veränderung der Entwässerungsverhältnisse führen, wie negative Erfahrungen im Raum Agathenburg/Dollern gezeigt hätten.
Der größte Teil der Schölischer Häuser sei auf Holzpfählen im anmoorigen Gelände errichtet. Die Gruppe befürchtet Folgeschäden durch Änderung der Wasserverhältnisse und Erschütterungen beim Bau und Betrieb der A 26.
Mindestens drei Obstbaubetriebe würden durch den Trassenverlauf zerschnitten.
Mit Unterschriftenaktionen in Stade, mehrere hundert Menschen haben bereits ihren Namen unter die Listen gesetzt, und öffentlichen Veranstaltungen machen die Schölischer auf ihre Sorgen aufmerksam. In den nächsten tagen sollen außerdem Hinweisschilder auf der möglichen Trasse aufgestellt werden. Außerdem, so Sprecher Volker Strupat, wolle die Bürgergemeinschaft auf Beratung durch einen Rechtsanwalt und einen eigenen Gutachter für die Beweissicherung setzen. Strupat: „Das alles kostet eine Menge Geld. Deshalb hoffen wir auf Spenden von Gleichgesinnten.“
Information
Die Bürgergemeinschaft Schölischer Interessen ist unter Telefon 0 41 41/ 67 01 99 oder M@il: bg-schoelisch-a26@gmx.de zu erreichen. Spendenkonto: 1200 162 087 bei der Sparkasse Stade Altes Land.

Artikel erschienen am: 31.08.2006 im "Stader Tageblatt" ________________________________________________________________________________________________

  Artikel erschienen am 08.07.2006 im "Stader Tageblatt" ________________________________________________________________________________________________
Schölischer wollen A 22 weiter nördlich

Autobahn-Trasse Donnerstag Thema im Rathaus

Stade (ccs). Einer stadtnahen Trasse für die Küstenautobahn A 22 (Drochtersen-Bremervörde-Weser) , die mit der A 26 (Drochtersen-Stade-Hamburg) eine Nordumgehung für Stade bilden könnte, sehen Einwohner von Schölisch mit gemischten Gefühlen entgegen.

Rund 70 Schölischer Bürger, die sich jetzt zum Thema trafen, sprachen sich zwar grundsätzlich für den Autobahn aus. Sorgen bereitet aber der geringe Abstand der Trasse zum Wohngebiet, so Jochen Müller als Mitinitiator des Abends. Nur wenige hundert Meter vom Schneeweg / Ovelgönner Weg könnte die A 22 verlaufen. Anwohner fürchten hier Lärm- und Geruchsbelästigungen. Auch die Frage, ob der erforderliche Dammbau sich nachteilig auf den Grundwasserstand auswirkt, steht im Raum. Allerdings steht die Trasse noch lange nicht fest. In Schölisch werden jetzt Unterschriften dafür gesammelt, die Autobahntrasse weiter in Richtung Industriegebiet Bützfleth zu verschieben. Ein nächstes Treffen der Initiative ist für den 4. April, 20 Uhr im Gasthaus Vier Linden geplant. Der Ausschuss für Stadtentwicklung wird sich bereits bei seiner Sitzung am Donnerstag, 30. März, ab 16 Uhr im Rathaus unter anderem mit den Trassenvarianten für die A 22 beschäftigen.

Artikel erschienen am: 28.03.2006 im "Stader Tageblatt"
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Das Problem schwindet nicht                                                                                 Ein Kommentar von Mechthild Kock                                                                                           Die Landwirte am Autobahndamm sind sauer. Niemand scheint sich ernsthaft ihrer Sorgen annehmen zu wollen. Keiner lässt sich auf Wege ein, wie Vernässungsursachen nun konkret geprüft und erst recht beseitigt werden sollen. Jeder in den beteiligten Ämtern zuckt mit den Schultern, nach dem Motto: An uns liegt’s nicht. Sehr bequem, aber das Problem bleibt da, wo’s ist – den betroffenen Landwirten. Wegschweigen lässt sich die Nässe, die erst mit dem Dammbau kam, nun aber nicht. So ist jetzt wohl die Justiz gefragt. Die Landwirte müssen diesen Weg wohl gehen, auch wenn er eine Weile dauert. Aber er bringt allen Klarheit. Auch Anrainern im Bereich von Bauabschnitt 2. Dass man von dort aus schon jetzt ganz genau schaut, was bei Agathenburg und Dollern geschieht, ist schon mal sicher. Ohne Klärung hier wird ein Baustopp dort wahrscheinlicher. Doch kann man den riskieren?

Mechthild Kock
M@il: kock@tageblatt.de

Artikel erschienen am: 31.05.2005 im "Stader Tageblatt"
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Wollen das Problem lösen: Heinrich Hauschildt (l.) und Hans Maaß vom Bodenverband. Foto: Kock

Wassernässe macht die Bauern sauer

Betroffene zahlen Entwässerungsbeiträge nicht
Kreis Stade (coq). „Das Grundwasser drückt hoch“, sind sich die Anrainer des neuen Autobahndamms im Agathenburger Moor sicher. Und weil das so ist, machen Grundeigentümer und Pächter jetzt ihrem Wasser- und Bodenverband sowie dem Unterhaltungsverband Altes Land Dampf.

„Unsere Mitglieder bekommen gerade die Gebührenbescheide des Wasser- und Bodenverbandes. Sie sollen pro Hektar etwa 120 Euro zahlen und sind natürlich sauer, weil sie die vernässten Flächen nicht nutzen können“, schildern die Vorstandsmitglieder Hans Maaß und Heinrich Hauschildt dem TAGEBLATT.
Beide haben selbst Flächen nahe des Sanddamms und sehen mit eigenen Augen, was los ist: Das Wasser läuft nicht ab, der Boden wird immer weicher und die Flächen sind zunehmend weniger nutzbar. So zeigt Maaß einen Acker, der vom Autobahndamm aus nach und nach zuwächst und fast nur noch zur Hälfte für seinen eigentlichen Zweck nutzbar ist.
Die Vernässung sei offensichtliche Folge des Dammbaus, sind sich Maaß und Hauschildt sicher. „Wir kennen uns mit den Böden doch aus“, unterstreichen sie. Was jetzt auf ihren Äckern stehe, sei jedenfalls kein Regenwasser.
Die beiden wissen um die Gutachten, die bei der Suche der Nässeursachen erstellt wurden, finden aber, dass noch nicht gründlich genug ermittelt wurde. „Wahrscheinlich sind durch den Damm unterirdische Wasserläufe abgedrückt worden.“
Die Lösung des Problems liegt für Maaß und Hauschildt auf der Hand: „Die Behörde für Straßenbau und Verkehr soll die Vernässung als Baufolge der A 26 anerkennen. Dann können die fraglichen Flächen in die Flurbereinigung einbezogen werden und die Betroffenen erhalten Ausgleich.“ Ersatzland gebe es jedenfalls in ausreichender Menge.
Weil wohl nicht einfach so Bewegung in die Sache zu bringen sein wird, haben die Mitglieder des Wasser- und Bodenverbandes Agathenburger Moor mittlerweile noch einen weiteren Schritt getan: Sie haben dem Vorstand schriftlich angedroht, ihre Beiträge zum Verband einzubehalten.
Kommt es wirklich so weit, bekommen wohl auch Juristen zu tun. Denn die Beiträge sind gesetzliche Pflicht – und als vorgesetzte Behörde muss dann auch der Landkreis Stade die Gelder eintreiben.
So weit aber möchte es Kreisbaurat Friedrich Tönjes nicht gerne kommen lassen. „Das Problem muss unbedingt jetzt aufgeklärt werden“, meint er. „Das ist für alle Beteiligten wichtig.“

Artikel erschienen am: 05.04.2005 im "Stader Tageblatt" ______________________________________________________________________________________________
Straßenbauer stehen vor einem Rätsel

Suche nach Ursachen der Vernässung hält an

Stade (coq). Mit einem Seufzer reagierte der Chef der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade, Detlef Pfeiffer, auf die Frage nach der Bodenvernässung nahe des Sanddamms für die Autobahn A 26 (TAGEBLATT-Bericht am Montag).

Das von den in der Gemarkung Agathenburg tätigen Landwirten benannte Problem übernasser Böden bereitet auch im Behördenhaus in Stade einiges Kopfzerbrechen. Denn zum einen gibt es nach Schilderung Pfeiffers bereits Gerichtsverfahren, bei denen es um genau diese Angelegenheit geht, zum anderen stehen die Fachleute vor gewissen Rätseln.
Nach Schilderung Pfeiffers hat das Gericht zur Klärung der Ursachen bereits Gutachten in Auftrag gegeben. Die aber seien zu dem Ergebnis gekommen, dass der Sanddamm nicht schuld an der Bodenvernässung sein könne.
Fest steht nach Angaben der Straßenbauer nur, dass das Wasser aus dem Untergrund nach oben kommt, weil der Grundwasserdruck in diesem Gebiet so hoch ist. Eine Möglichkeit sieht der Behördenchef auch in den ehemaligen Akzo-Brunnen bei Agathenburg, die früher zur Aussolung des Stader Salzes betrieben wurden. Seit der Schließung der Saline an der Elbe sind sie abgestellt.
Diese fünf Brunnen hat der Trinkwasserverband Stade übernommen und will sie im Laufe des kommenden Monats für die Trinkwasserversorgung neu in Betrieb nehmen. Die neue Zuleitung von den Brunnen zum Wasserwerk in Dollern ist nach Angaben von Geschäftsführer Dieter Hammann nahezu fertig. Die Bauarbeiten hatten in den letzten Wochen bloß wegen des Winterwetters unterbrochen werden müssen.
Hammann schätzt, dass sich die Bodenvernässung bei Betrieb der Brunnen durchaus vermindern könnte. Allerdings nicht unmittelbar in Dammnähe. „Es kann gegenwärtig vermutet werden, dass der Damm bei der Vernässung eine gewisse Rolle spielt“, äußert sich Hammann höchst vorsichtig.
In Sachen Ursache mag sich auch Straßenbau-Chef Pfeiffer nicht festlegen. „Wenn wir sie wüssten, wäre das schön. Wir stehen aber vor einem Rätsel.“ Für die Landwirte ist dagegen eines sonnenklar: Niederschlagswasser kann‘s nicht sein. Denn das, was auf den Äckern steht, ist eisenhaltige braune Brühe.

Artikel erschienen am: 23.03.2005 im "Stader Tageblatt"
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Vernässung ihres Bodens bereitet den Landwirten Klaus Tamcke (r.) und Dierk Tiedemann zunehmend Probleme. Am Wetter oder mangelhafter Drainage könne das nicht liegen, sagen sie. Die Probleme seien erst aufgetaucht, nachdem bei Agathenburg und Dollern der Autobahndamm aufgeschüttet wurde. Foto: Kock

Mit dem Damm kam die Nässe

Landwirte sind verzweifelt – Landesstraßenbauamt winkt ab
Agathenburg/Dollern (coq). „Was hier passiert, ist eine mittlere Katastrophe. Gegen die müssen wir doch einen Schutz haben!“ Die Landwirte Klaus Tamcke und Dierk Tiedemann sind aufgebracht. Denn seitdem der Damm für die Autobahn A 26 errichtet wurde, haben nicht nur sie ein Problem: Eine Vernässung von Grund und Boden, den sie eigentlich bewirtschaften wollen.

Mit betroffen sind weitere Landwirte mit Flächen nahe des Autobahndamms und Verpächter von Flächen, die jetzt doch nicht so genutzt werden können, wie sich die Pächter das dachten. „Mit unseren Traktoren sacken wir ein. Und das selbst dann, wenn es gar nicht geregnet hat.“
Mit dem Landesstraßenbauamt haben sie bereits Kontakt aufgenommen, haben dort aber mitgeteilt bekommen, dass der Autobahnbau nicht schuld sei. Für sie aber steht fest: Zwischen Geestrand und Autobahndamm wird die Nässe nicht mehr ausreichend abtransportiert – weil beim Dammbau Besonderheiten dieses Gebiets nicht hinreichend berücksichtigt wurden.
„Sicher, auch woanders sind schon auf Moorboden Straßen gebaut worden. Aber hier scheint der nahe Geestrand eine besondere Rolle zu spielen,“ sagt Dierk Tiedemann und das Ergebnis ist für ihn greifbar: Seine gepachteten Flächen sind das Geld nicht wert, das sie kosten – weil er sie wegen der Vernässung nicht mehr nutzen kann.
Beim Amt habe man die Vernässung durch Witterung zu erklären versucht. Das aber lassen die Landwirte nicht gelten, denn witterungsbedingte Nässe ist eine Weile später stets verschwunden. Auch den Verweis auf mögliche Funktionseinbußen bei den Vorflutern finden sie unangebracht. „Da ist eindeutig alles intakt.“
Tamcke und Tiedemann wissen, dass sie ihre Behauptungen eigentlich beweisen müssten. Die dafür erforderlichen teuren Gutachten können sie nicht finanzieren.
Im Clinch liegen sie nun auch mit dem Wasser- und Bodenverband, dem sie die Beiträge für Entwässerung entziehen möchten, weil eben die nicht funktioniert.
„Vor Beginn der Flurbereinigung für den Autobahnbau ist uns gesagt worden, es werde dadurch niemand schlechter gestellt“, sagen die beiden Bauern. Gegenwärtig aber sehen sie das nicht so.
„Wir stehen auf verlorenem Posten“, sagen sie. Anfangs seien nur kleine Flächen betroffen gewesen, jetzt trete die Vernässung gleich hektarweise auf¨ – und niemand wolle sie richtig ernst nehmen.

Artikel erschienen am: 21.03.2005 im "Stader Tageblatt"

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