Stade - Schölisch
Schölisch war ursprünglich eine eigenständige Gemeinde und wurde im Rahmen der Gemeindereform Anfang der 70er Jahre der Stadt Stade als Ortschaft zugeordnet. In diesen Jahren ist sehr viel gebaut worden, so dass heute etwa 500 Haushalte mit rund 1.500 Einwohnern zwischen Freiburger und Götzdorfer Strasse leben.

Der Untergrund
Das Neubaugebiet links und rechts der Schölischer Strasse liegt im Elbe-Urstromtal. Der Untergrund besteht aus Moor und Darf in einer Mächtigkeit von bis zu 15 Metern. Diese Schicht verhält sich wie ein Schwamm, der durch die Dammaufschüttung sowie die sonstige Auflast der Autobahn ausgepresst wird. Somit sind Vernässungen durch stark eisenhaltiges Wasser zu erwarten. Diese Grundwasser-Veränderungen sind auch noch im Umkreis von 1,5 Kilometern zu befürchten (siehe Autobahnbau im Agathenburger Moor). In Schölisch sind aber neben landwirtschaftlichen Flächen auch Wohngebiete betroffen.
Um Vernässungen zu vermeiden, müsste der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. Da der Großteil der Wohnhäuser in den
Schölischer Neubaugebieten (vorwiegend gebaut in den 60er und 70er Jahren) jedoch auf Holzpfählen gegründet sind, kann das für die betroffenen Eigentümer verheerende Folgen haben, da die Holzpfähle sodann im Trockenen stehen und anfangen zu faulen. Dieses Risiko muß auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Bisherige Schäden
Starke Bodenversackungen an Privatgründstücken und Infrastruktur wie Strasse und Kanalnetz (Gegengefälle bis zu 60 cm im Bereich Blumenviertel) sowie öffentlichen Plätzen durch Grundwasserschwankungen. Nur notdürftige Reparaturen des Kanalnetzes (Blumenviertel), Austausch der schweren Betonrohre durch Kunststoffrohre und einer Lagerung der Rohre auf einer Gitterrostenunterkonstruktion mit Fliessperre um ein weiteres Versacken der Rohrleitung zu verhindern. Erneuerung einzelner Betonstraßenschächte durch leichtere Kunststoffschächte. Regelmäßiges Spülen ( bis zu 3 mal in der Woche) der Kanalanlage, um grössere Verstopfungen zu vermeiden. Allgemein werden nur notwendige Reparaturen durchgeführt. Grosse Schäden an Strassen, Fußwegen, Spielplätzen und Bolzplätze durch Erdsenkungen.

Die Wassersituation in Schölisch
Die Entwässerung erfolgt durch den Schölisch-Götzdorfer Schleusenverband. Östlich wird über den Hörner-Götzdorfer-Kanal und westlich über die Harschenflether-Wettern entwässert, das Oberflächenwasser wird der Schwinge zugeführt. Die Bodengrundhöhe liegt zwischen 0,0 und 0,5 Meter über Normal Null (siehe rote Kreise), die Entwässerung wird durch Pumpen und Hebewerke unterstützt. Ein natürlicher Ablauf des Oberflächenwassers ist nur bei Niedrigwasser möglich (Tidegewässer Schwinge). Schon bei früheren Bauprojekten (Neubaugebiet Blumenviertel) wurde der Grundwasserstand durch Bauträger/Bürger beobachtet, die Sondierungsbrunnen sind teilweise noch vorhanden und können für weitere Beobachtungen herangezogen werden.



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