Unsere Bedenken

Hinsichtlich der sensiblen Bodenbeschaffenheit und der Bausubstanz überwiegend aus den 60er und 70er Jahren durch Gründung mit Holzpfählen ist bei einem Eingriff in den Wasserhaushalt mit erheblichen Beschädigungen an Häusern und Strassen zu rechnen. Schon heute gibt es große Probleme bei der Kanalentwässerung durch Versackungen und dem damit zusammenhängenden Abreißen von Versorgungsleitungen an den Häusern. Erdabsenkungen bis zu einem Meter sind zum Beispiel im Bereich des Weges Vergissmeinnicht zu beobachten.

Starke Grundwasserschwankungen werden bereits in der Umgebung des Autobahndammes bei Agathenburg und Dollern festgestellt. Betroffen sind hier jedoch lediglich landwirtschaftliche Flächen; Hausbesitzer sind durch den natürlichen Geestrücken geschützt. Ein öffentliches Interesse besteht dort daher kaum. Die landwirtschaftlichen Verbände stehen bereits mit der Planungsbehörde in Verbindung, ein Zusammenhang mit dem Autobahnbau wird aber nicht anerkannt. Ein Nachweis ist auch kaum möglich, da die Grundwasserbeobachtung der Planungsbehörde obliegen und Beweissicherungsmaßnahmen u. W. nicht vorgenommen worden sind.                                                                                      
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Sorgen und Nöte der Schölischer Bürger

1. Im Laufe der Vorplanung wurde die Autobahn-Trasse in verschiedenen Schritten von etwa der Mitte zwischen Schölisch und Götzdorf bis auf derzeit etwa 600 Meter an Schölisch herangeführt. Nachforschungen haben ergeben, dass diese Trassenveränderung möglich war, weil ein Grundstückseigentümer bzw. eine Grundstückseigentümerin seinen/ihren Obsthof zum Verkauf angeboten hat.

2. Die durch das Verkaufsangebot eines Einzelnen somit mögliche Veränderung der Trasse geht
zu Lasten von rund 500 Wohngrundstücks-Eigentümern im Ortsteil Schölisch.

3. Allein durch die Veränderung der Trassenführung – was einer Autobahnverlängerung von 350 bis 400 Meter gleichkommt – wird die Erhöhung der Baukosten in diesem Bereich auf rund 10 Millionen € geschätzt.

4. Durch die Dammaufschüttung sind Veränderungen durch stark eisenhaltiges Wasser zu erwarten. Da der Untergrund aus Moor und Torf in einer Mächtigkeit von bis zu 15 Metern besteht, verhält er sich wie ein Schwamm, der durch die Auflage ausgepresst wird. Diese Vernässungen sind im Umkreis von bis zu 1.500 Metern zu befürchten und betreffen dann unsere Wohngrundstücke und landwirtschaftliche Flächen. Jede Grundwasserabsenkung kann sich als unzulässig oder entschädigungspflichtig darstellen (Englert, Grauvogel, Maurer, Handbuch des Bau-grund- und Tiefbaurechts, 1993, Rz. 580).

5. Durch die dann nötige Drainierung sind Bodenabsackungen auf den meisten Wohngrundstücken
zu befürchten.

6. Etwa 90 % der Schölischer Wohnhäuser sind auf Holzpfählen gegründet. Dadurch besteht die akute Gefahr, dass Folgeschäden durch Dammaufschüttungen, Bodenschwingungen und Grundwasserstandsveränderungen eintreten werden.

7. Notwendig werdende Grundwasserregulierungen können Grundwasserabsenkungen zur Folge
haben, wobei dann die Gefahr besteht, dass die Holzpfähle im Trockenen stehen und verfaulen.

8. Auch öffentliche Strassen, Wege und Plätze werden absacken, wie das auch schon in den letzten Jahren bis zu einem Meter zu beobachten war (Blumenviertel, Vergissmeinnicht, Schölischer Hochfeld). Das Kanalnetz ist teilweise nur notdürftig repariert worden. Die schweren Betonrohre sind vereinzelt durch Kunststoffrohre ersetzt und auf eine Gitterrostkonstruktion mit Fliesssperre verlagert worden, offensichtlich um ein weiteres Versacken zu vermeiden. Dennoch kommt regelmäßig (dreimal in der Woche und mehr) ein Spülwagen, um größere Verstopfungen zu beheben. Dieser Zustand wird sich durch die Nähe der A 26 noch verschlimmern.

9. Auch wenn ab etwa 500 Metern von der Autobahn die Immissionsgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung eingehalten werden, ist mit einer hohen Lärmbelastung von 51 dB(A) und mehr im Abstand von 2 Kilometern zu rechnen. Der Lärmpegel wird jedenfalls erheblich sein, da pro 24 Stunden mit etwa 29.100 Fahrzeugen – bei einem LKW-Anteil von 11,5 Prozent gerechnet wird.

10. Ab einer Lautstärke von 35 dB(A) steigt der Blutdruck sogar im Schlaf deutlich an. „Dabei erhöht sich der Blutdruck umso mehr, je lauter der Lärm war“, berichtet die Zeitschrift „European Heart Journal“ in ihrer wissenschaftlichen Untersuchung (12.02.2008). Das führt zu massiven gesundheitlichen Risiken insbesondere im Bereich Herzinfarkt und psychischen Problemen. Bei Männern und Frauen ist jeweils Lungenkrebs die zweithäufigste Sterberate. Die zusätzlichen Autoabgase der geplanten Trassenführung haben hier eine gravierende Bedeutung. Das gilt auch für andere Krebsarten, wie Magen-, Darm- und Blasenkrebs.

07. Juli 2008

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